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Forchheimer Weg

Von Oberangern in Roppen sind wir am Samstag Morgen zeitig bei frostigen Temperaturen weg gestartet. Das schwere Schuhwerk noch im Gepäck, denn Schnee hat es für diese Jahreszeit mehr als unterdurchschnittlich, schlängelt sich der nicht enden wollende Forstweg hinauf zur Maisalpe. Von da an erstmals herrliche Aussicht auf das Inntal, jedoch weiterhin im Schatten. Dann wechselt das Terrain, die Forststraße wird gegen einen schmalen Pfad, der ab und an von Eis überzogen ist, getauscht. Hinauf gehts zum Mutkopf, weiter zum Mutzeiger und Hahnenkamm bis zur Biwakschachtel auf 2443m. Alle Zeit fantastische Aussicht, nur die Sonne lässt uns heute im Stich, so richtig mag sie hinter den Schleiern nicht hervorscheinen, dazu lebhafter NW-Wind, brrrrrrr. Auch wenn wir bis hierher mit Turnschuhen gekommen sind, die fortgeschrittene Jahreszeit lässt uns sicher spüren, dass die angenehmen Trekkingtouren vom Sommer passé sind, ein rauheres Klima hat sich eingestellt!

Schließlich verlässt man den Kamm und erreicht südseitig des weiten Karkopfes eine Scharte, von der aus uns erstmals der Atem stockt: Schnee soweit das Auge reicht! Und wo geht eigentlich der Weg? Ähh, wie spät ist es bereits? Es ist eben doch schon Ende November, der Tag neigt sich bald dem Ende zu und wir müssen über den Schnee hinunter zu dem zugefrorenen See, zig Eisbäche überquerend und auf der anderen Seite über eine Felsstufe wieder hinauf zur nächsten Scharte, welche uns die Sicht zur Erlanger Hütte frei geben sollte. Nach einigem Gestapfe und Ausweichmanövern (so viel Blankeis auf dem Wanderweg) erreichten wir besagte Scharte und waren sichtlich froh, noch bei Tageslicht unser Etappenziel, den Winterraum der Erlanger Hütte, zu erreichen.

Unweit der Hütte liegt der Wettersee, welcher von ultraglattem, dicken Spiegeleis überzogen war. So tauschten wir am nächsten Tag unseren Plan von der Besteigung des Wildgrates gegen Eislaufen auf dem Wettersee. Ein solch gewaltiges Naturschauspiel habe ich schon lange nicht mehr gesehen, wirklich spiegelglatt, mit vielen Lufteinschlüssen, Rissen und den skurrielsten und surrealsten Formationen im Eis, begleitet von unheimlichen Geräuschen, als die Sonne hervor kam, unglaublich!

Der Rückweg von der Erlanger Hütte nach Tumpen gestaltete sich ebenfalls länger als erwartet, es warten viele Höhenmeter im Abstieg, dafür gibts zuvor viel Fernsicht und Sonnengenuss auf dem Höhenweg südseitig der Kreuzjochspitze. Danach geht es hinab ins Weidegebiet der Gehsteigalm und relativ eben durch lichten Wald und Almgelände hinüber zur vorderen Tumpenalm. Von da an heißts dann leider nur noch 900Hm Forststraße im Schatten hinuntertraben nach Tumpen und rechtzeitig den Bus erwischen, der uns zurück nach Roppen brachte.

 

Fazit: menschenleeres Gebiet um diese Jahreszeit, beeindruckende Fernblicke und geniales Spiegeleis.

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Patricia Neuhauser

 

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