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Wildspitz Skitour

Einer dieser Tage, die ganz unverhofft zum Knüller werden...was gibt es erquickenderes, als durch frisch gefallenen Neuschnee zu spuren, eine Linie in den Schnee zu zeichnen, eine Aufstiegs- und eine Abfahrtslinie...und morgen oder übermorgen ist sie vielleicht schon wieder weg...ein Moment der Glückseligkeit, des Drumherumvergessens, ein kurzes Zeitfenster im Hier und Jetzt. Wie ich das schätze!

 

Stetig, gleichmässig, nur nicht zu steil, die Geländeformen geschickt nutzen. Mit jedem Schritt formt sich ein Hauch von Autobahn für nachfolgende Karawanen. Doch die werden heute ausbleiben. Es ist bereits Mittag, ich bin alleine. Ich nutze das Zeitfenster bis zur nächsten Störung, die hoffentlich nochmals eine gewaltige Ladung vom kostbaren Weiss ablädt. Oder folgt doch schon wieder der Regen? Der unliebsame Begleiter der letzten 14 Tage, der bis in hohe Lagen gewütet hatte? 

 

Ich weiss um die Vergänglichkeit des Momentes, schätze ich ihn dafür gerade umso mehr? Noch hinterlasse ich Spuren, doch für wie lange? Der Reiz des Winters liegt demnach auch in seiner Einmaligkeit, ob beim Eisklettern oder Skitourengehen, die Naturgewalt ist ständig spürbar, wir verändern mit unseren Schritten und Pickelschlägen und doch sind die Spuren unseres Tuns bald unsichtbar. Wie auf leisen Sohlen, "Schnee von gestern". 

 

Für heute geniesse ich die Stille, die Aussicht auf den blauen Lauerzer See, der umgeben vom Grün der Wiesen im Tal einen Kontrast  zur weissen Bergwelt bietet. Am Kamm oben empfängt mich eisiger Wind, der Vorbote der nahenden Front. Es ist Zeit für mich die Natur alleine zu lassen, die unwirtlichen Schneestürme im Warmen abzuwarten um morgen von neuem erste Spuren ziehen zu können. 

 

Ich reite von dannen, schwinge über sanft kupierte Hänge, tauche gleichmässig im Rhythmus rechts und links ins tiefe Weiss. Es zischt, es spritzt. Mein Herz pocht, die Oberschenkel brennen, doch ich kann nicht aufhören. Weiter, weiter, immer weiter möchte ich so dahinschwingen. Schwerelos und doch werden Kräfte spürbar. 

 

Es ist doch erstaunlich, wie viel Freude und Genugtuung in den Hausbergen zu finden ist. Heute zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen.

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Patricia Neuhauser

 

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