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Skitour Blüemberg aus dem Muotathal

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Klirrende Kälte, fluffiger Pilverschnee, Sonnenschein und eine unverspurte, unberührte Winterlandschaft mehr oder weniger vor der Haustüre. Klar haben wir 45min Anfahrtszeit mit dem Auto, so direkt vor der Haustüre liegt dieses Paradis im Muotathal dann auch wieder nicht, aber es fühlt sich für mich so an. Ich bin so oft in diesem herrlichen Winkel der Schweiz unterwegs, dass ich das Gebiet als "vor der Haustüre" dann doch bezeichnen kann...

 

Wo ich allerdings noch nicht unterwegs war, ist dieser Blüemberg direkt aus dem Ort Muotathal. Der niedrige Start auf 600m bedingt, dass die Tour so in der Form nicht allzu häufig zu machen ist. Auch jetzt, wo der Schnee bis ins Tal reicht, sind die Verhältnisse im unteren Teil der Tour eher bescheiden. Es langt gerade so, dass wir mit den Ski aufsteigen und mit viel Optimismus auch wieder abfahren können, ein paar Maulwurfshügel und Mäuselöcher inklusive. Doch der Anstieg zum Blüemberg entpuppt sich ab der klassischen Almenhöhe als wahre Perle. Sanftes, verspieltes Gelände, das durch seine nördliche Exposition ganztags im Schatten bleibt und somit den Pilverschnee konserviert, führt uns hinauf in schrofferes Karrengelände mit grossen verschneiten Blöcken und bizarren Felstürmen. Natürlich sind wir froh, als uns an diesem eiskalten Tag die ersten Sonnenstrahlen weiter oben treffen und die erste wirkliche Pause ansteht. Denn so langsam merken wir die mühsame, wenn auch erquickende Spurarbeit im knietiefen Schnee. 

 

Eine Wohltat für die Kehle, ein Schluck heisser Apfelsaft. Ein paar Bissen vom Riegel. Für einen längeren Aufenthalt ohne Bewegung ist es uns dann auch in der streifenden Sonne zu kalt und der Spurtrupp zieht weiter. Schritt um Schritt rieselt der Schnee von den Ski, ein Knirschen unter der Bindung, das klassische "ratsch-ratsch", wenn die Felle durch den Schnee gezogen werden, begleitet uns nun schon seit gut 2 Stunden. Je höher wir kommen, desto mehr bemerken wir die Spuren des Windes, steile Hänge sind von Dünen geprägt, auf den Rücken liegt deutlich weniger Schnee als in den vollgewehten Mulden. Wie der Gipfelhang wohl aussehen wird? Der einzig steile Hang der langen Partie? Wir glauben kaum, dass er mit unserem Empfinden für Risiko zu vereinbaren wird, aber mal sehen, entscheiden kann man letztendlich immer erst kurz davor, wenn das Ausmass vollumfänglich zu Füssen liegt.

 

Eine kleinere Steilstufe spuren wir in grossem Bogen und mit Abstand hinauf, ein einsames kleines Hüttl ist unser nächster Anlaufspunkt, von wo der Rest der Tour zu überblicken ist. Wir trauen unseren Augen kaum, als wir im schattig-dunklen Gipfelhang eine Abfahrtsspur sehen. Ein Einzelgänger, mit kleinen Bogen, keine Freeridespur mit schnellen, langgezogenen Turns! Tja, jeder hat eben ein anderes Empfinden, wieviel Risiko einzugehen er bereit ist. Und das ist auch gut so, Freiheit findet sich eben zum Glück noch in den Bergen!!! 

 

Wir belassen es an diesem Punkt, saugen die letzten Sonnenstrahlen ein, immerhin ist es schon früher Nachmittag und eine lange Powderabfahrt steht uns bevor. Eine unvergessliche, unverspurte, nur mit unserer Aufstiegsspur garniert. 

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