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Skitouren im Valle Maira und Valle Stura

Valle Stura

Unterkunft in Sambuco: Albergo della Pace

Sehr empfehlenswerte, familiengeführte Unterkunft für Skitourengeher mit exzellenter Küche (6-Gänge Menü am Abend!) und kleinem Wellnessbereich zum Entspannen. Skikeller mit Schuhheizung und Wachsraum. Raffaele gibt euch gerne Auskunft zu Skitouren. Skitourenkarte in der Unterkunft erhältlich.

Das Valle Stura bietet schneesichere Touren, da bis zum Colle della Maddalena hinaufgefahren werden kann, also bis auf 2000m, dem Grenzübergang nach Frankreich. Nimmt man die Tourenmöglichkeiten auf französischer Seite rund um Larche hinzu (40min. Fahrtzeit von Sambuco), trifft man auf eine stattliche Auswahl an gemässigten, klassischen Skitouren. Lichte Lärchenwälder oder ein Talhatscher machen meistens den Auftakt, danach folgen weite Kare und Flächen für ungetrübten Skitourengenuss bis auf 3000m. Die Berge sind im allgemeinen weniger felsig und somit prädestiniert zum Skitourengehen.

 

Wir haben uns 3 verschiedene Gebiete angeschaut.

1) Tourengebiet Larche

Eine abfahrtsorientierte Kombitour mit Tête de Plate Longe und Bec de l'Aigle als Gipfeln. Die Nordosthänge beider Gipfel boten uns noch schöne Pulverabfahrten im 35 Grad steilen Gelände, während die Nord- und Westseiten, über die wir aufstiegen, vom Wind geprägt waren.

2) 1. Kehre vom Maddalena Pass

Über schweisstreibende, baumlose Osthänge gingen wir zuerst auf l'Enclaussetta hinauf ( bei guten Bedingungen westseitig kann dort abgefahren werden), um dann in einem Gemisch aus Bruchharsch, Sulz und wenig Pulver ins Tal abzufahren und nochmals anzufellen. Im engen Talgrund, der von riesigen Nassschneelawinenresten übersät war (ziemliches Einzugsgebiet für Lawinen, nur bei sicheren Verhältnissen taleinwärts hinaufgehen), geht es gemächlich dahin, bis das Ende des Schluchteinschnittes zu einer grossen, weiten und flachen Hochfläche führt mit verschiedenen Gipfelmöglichkeiten. Wir wählten aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit und den abgeblasenen Verhältnissen das Colle di Puriac. Der Monte Enchestraye hätte zwar gelockt, doch der Anstieg steilt nach oben zunehmends auf.

3) Pietraporzio

Eine Verlegenheitstour musste her, Sichteinschränkungen aufgrund der einströmenden Front waren zu erwarten. Auf gewalzter Strasse ging für uns von Pietraporzio bis zum Piano della Regina, wo ein Karrenweg in unzähligen Serpentinen durch steilen Wald bis auf fast 2200m führt. Dort oben breitet sich dann herrliches Tourengelände vor einem aus. Den Testa della Costabella del Piz erreichten wir zwar nicht mehr aufgrund des sich rasch verschlechternden Wetters und einsetzendem Schneefall. Wir konnten allerdings noch in die Abfahrtsvariante einschlagen, welche steil von einer Scharte hinunter ins Vallone del Rio del Piz führt. Diese westseitige Abfahrt sollte nur bei sehr stabilen Verhältnissen angedacht werden. Bei uns war schon alles abgegangen und die steile Einfahrt ausgeblasen, so dass wir sogar 50Hm die Ski hinuntertragen mussten. Lohnend ist was anderes, aber die Aussicht auf die Millionen Serpentinen durch den steilen Wald auf unserem Aufstiegsweg zurück im Bruchharsch auch nicht verlockender. Bei Traumschnee muss diese Abfahrtsvariante ins Vallone del Rio del Piz hinunter ein Wahnsinn sein! Unten im Talgrund wartete dann noch die Überquerung einer Riessennassschneelawine auf uns...

Valle Maira

Unterkunft in Ponte Maira: Le Mistral

Mit viel Liebe geführte, kleine Unterkunft für Skitourengeher und Wanderer mit exzellenter Küche. Schuhtrocknungsraum. Renato und Manuela geben gerne Auskunft über Skitouren und Verhältnisse. Skitourenkarte Valle Maira erhältlich.

Nach zweimaligem Aufenthalt im Valle Maira im Frühjahr sollte es diesmal der Hochwinter sein, der gewöhnlich ganz andere Tourenmöglichkeiten bereithält. Weniger alpine Touren, dafür mehr Powderabfahrten im lichten Lärchenwald, von denen es unzählige in der Valle Maira gibt. Leider machte uns der starke Wind einen Strich durch die Rechnung, abgeblasene Grate und Rücken, anfänglich eingeblasene Rinnen und Mulden, später pickelharte Hänge, Windgangeln und Bruchharsch. Skifahrerisch haben wir definitiv schon lohnendere Tourenwochen erlebt. Aber die Valle Maira bietet eben so viel mehr. Zum Beispiel diese Abgeschiedenheit und Naturbelassenheit. Ruhe. Stille. Einsamkeit. Tolle Linien zum Träumen und Schwärmen. Unzählige Gipfel, schroffe, markante, aber auch sanfte, gutmütige. Dazu dieses herrliche, hausgemachte Essen. Da ist wirklich alles hausgemacht, die Pasta, das Brot, die Saucen, die Kuchen am Morgen,...begleitet von einem regionalen Wein am Abend ein Gedicht für den Gaumen. 

 

Touren:

1) Direkt vom Haus weg startet die Skiroute hinauf auf den Monte Estelletta, einem flachen, bewaldeten Berg, der sich mit seinen 900Hm bestens für den Anreisetag eignet, bei angespannten Verhältnissen oder für Liebhaber von Lärchenwaldabfahrten. Wir stürmen also noch am Nachmittag um 14:30Uhr los und geniessen die 20cm Neuschnee, der einzige für den Rest der Woche.

2) Powdertouren Bric Boscasso und Solegio Bue von Chialvetta. Eine perfekte Höhenmeterfresserrunde, abfahrtsorientiert durch die nördliche Exposition. Leider wütete der Wind bereits stark über Nacht, die Gipfelbereiche waren stark abgeblasen und mit den kalten Temperaturen in Kombination kam alpines Feeling auf. Die Gesichtsmaske als Schutz vor dem Wind, sollte uns noch fast die ganze Woche begleiten...

3) Ortswechsel. Wir fahren nach Marmora und hatschen auf den Monte Tempesta, einem tollen Aussichtsberg, von dem bei guter Sicht der ganze südliche Alpenbogen überblickt werden kann. Leider finden wir auch in diesem Gebiet nur windverblasenen Schnee und abgeblasene Kämme. Eine Kammwanderung der besonderen Art und Bruchharsch ohne Ende wartete in der Abfahrt auf uns.

4) Monte Estelletta und Monte Media Sup. Wir bevorzugten einmal mehr den komfortablen Start von der Unterkunft weg. Renato's Geheimtipp auf den Monte Media im Aufstieg, Weiterweg zum Estelletta und Abfahrt nach Vivière auf einen Cappuccino. Perfektes Timing, die Sonne kommt nämlich erst gegen 13:30Uhr auf die Sonnenterrasse des Rif. Vivière . Über teilweise schon verfirnte Südhänge gehts zurück auf den Monte Estelletta und auf dem Normalweg in perfektem Bruchharsch und Nassschnee hinab zur Unterkunft aufs Après-Bier.

5) Es ist heiss. 10 Grad. Die Nullgradgrenze auf 3500m. Wir wechseln hinauf in höhere Gefilde. Von Sarreto hinauf zum Col du Sautron und weiter ohne Ski auf den Monte Viraysse. Landschaftliche eine herrliche Tour, abfahrtstechnisch heute wie zu erwarten eher bescheiden.

6) Es ist stürmisch. So wie eigentlich jeden Tag. Nur heute noch eine Spur mehr und wieder kalt. Wir entscheiden uns für den Monte Chersogno, ein formschöner 3000er zum Abschluss unserer Tourenwoche von San Pellegrino Sup., oberhalb Prazzo. Frühlingshaft der erste Teil des Anstieges, Harscheisen hätten uns heute gute Dienste beim steilen Anstieg geleistet, doch wer denkt an Neujahr schon an Harscheisen? Also stapfen und tragen. Ab der grossen schattigen Mulde auf der Nordseite des Berges ist dann Schluss mit Ski, Depot wegen Schneemangel. Dass die Fetzen Schnee, die uns dann doch ab und an den Weg versperren, noch mühsam zum Begehen sind, unterstreicht den Charakter der heutigen Tour. Ab dem Col dann orkanartige Windböen, es versetzt uns regelrecht. So ein Sturm habe ich bei Leibe noch nicht erlebt. Mehrere Male muss ich mich auf den Boden werfen und im Schnee verkeilen, dass es mich nicht wegpustet vom Rücken. Skibergsteigen. Nicht Tourengehen. Episch und einprägsam.

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Patricia Neuhauser

 

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