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Trailrun Morgenberghorn

 

Von der Haustüre aufbrechen zu können um einen der schönsten Trailläufe der Region zu absolvieren, das nenne ich Lebensqualität. Mit nur wenigen Schritten Asphalt entlässt uns unser Domizil Aeschi auf die aussichtsreiche und zugleich sehr abwechslungsreiche Strecke der Morgenberghornrunde. Über schöne Wiesen führt zunächst der Trail, oberhalb des Suldgrabens, über den wir zum Abschluss hinauslaufen werden. Ab Aeschiried beginnt der Anstieg, mit Blick über den Thunersee, entlang des Grasrückens, wo im Winter ein kleines Skigebiet öffnet. Die Versuchung ist hoch auf einem der Panoramabänkli Platz zu nehmen und die Seele baumeln zu lassen. Aeschi und Aeschiried sind bekannt für ihre gepflegten und perfekt positionierten Bänkli.

 

Wir widersetzen uns der Versuchung und geniessen den Wurzeltrail in leichtem Auf und Ab bis zur Brunnihütte. Auch hier wäre eine Erfrischung möglich, die Brunnihütte bietet Speis und Trank inmitten einer blumigen Almwiese. 600Hm sind ab hier zu überwinden, bei wenig Wegstrecke. Das heisst also, dass der Wanderweg, zwar in vielen Serpentinen, aber trotzdem ziemlich steil empor zieht. Eine kurze Felsstufe erfordert den Einsatz der Hände. Elegant windet sich das Wegerl durch die wilde Flanke. Schliesslich erreichen wir den Gratrücken, von dem die Aussicht mit jedem Schritt erquickender wird.

 

Wir sind nicht allein am Gipfel des vielbesuchten Morgenberghorns. Es wird gequatscht und geschnattert oder die Aussicht studiert. Der Leissigrat, so schön grün und scharfkantig erstreckt sich bis nach Interlaken, Thunersee und Brienzersee kämpfen um Aufmerksamkeit, denn es gibt so viel zu bestaunen von hier oben, auch die mächtigen Grindelwalder Berge wie Eiger, Mönch und Jungfrau verlangen nach Aufmerksamkeit. Da gehen die düsteren Flanken und Wände des Schwalmere fast unter...

 

Der blau-weisse Abstieg zum Rengglipass erfordert zwar Aufmerksamkeit und Trittsicherheit, ist aber nicht deutlich anspruchsvoller als der Anstieg über den rot-weissen Weg von der Brunnihütte. Die Oberschenkel lassen trotzdem aufhorchen und wir sind froh, als wir bei der Rengglipasshütte einen Erfrischungsstopp einlegen dürfen. Urig ist das passende Wort um dieses Kleinod unterhalb des Rengglipasses zu beschreiben. Ein junges Mädel fragt uns nach unserer Getränkebestellung, während hinter ihr die Kuhglocken, eine grösser als die andere, die Dachfront schmücken. Getränke sind im Trog gekühlt, der Almerer fokussiert mit seinem Gucker in der Ferne ein Objekt, während der Nachwuchs auf dem Musikinstrument übt. Idylle pur. Und das so unweit von unserem neuen Zuhause. 

 

Doch es geht weiter, der Grinser wird unser Gesicht heute nur noch ganz zum Schluss verlassen, weil die Wegstrecke einfach zu weit war und das Gestell schmerzt. Doch bis dort hin werden wir immer wieder von Schönheiten am Wegesrand überrascht. Wie z.B. vom Pochtenfall, der ganz unverhofft aus dem Nichts auftaucht. Freifallend, mindestens 80m. Und die schöne Schlucht, aus der kühle Winde uns an diesem heissen Sommertag erfrischen. Auch wenn es rund um das Gasthaus unten im Suld an Touristen wimmelt, entspannt geht es trotzdem zu und wir gönnen uns ein Schleckeis im Schatten. Es wird grilliert, gebadet, gewandert oder einfach nur faul unterm Baum am Bach herumgelegen. Ein Paradies, auch für Gehfaule und Gehbehinderte, da wochenends im Sommer sogar ein Bus verkehrt bzw. man mit dem Auto bis hierher fahren darf.

 

Auf der linken Bachseite verfolgen wir den Wanderweg, der ab jetzt schön breit und easy zu rennen ist. Eine Wohltat nach den technisch anstrengenden letzten 15km. Im Slalom lassen wir es rollen und erst im Suldgraben selbst fordert der Trail erneut Konzentration, Kraft und Koordination. Es geht auf- und abwärts, über Holzstege und Wurzeln, über Steine und Matsch. Ein einsamer Trail, leider können wir ihn nicht mehr geniessen. Zu heiss ist es mittlerweile und wir zu erschöpft. Dass der letzte Anstieg hinauf zum P1014 zwar nochmals knackig, dafür relativ kurz ist, begrüssen wir. Auf den bekannten Wiesensingletrails gehts im leichten bergab Richtung Aeschi. Zuguterletzt stürmen wir schweissgebadet den Dorfladen, ein eisgekühltes Mangomolkegetränk und ein Gelati sind jetzt genau die richtigen Muntermacher...

 

Info Morgenberghornrunde:

 

Start/Ziel Aeschi b. Spiez Kreisverkehr

Distanz: 26km

Höhenmeter: 1700Hm

Einkehrmöglichkeiten: Brunnihütte, Rengglipasshütte, Gasthof Suld

rot/weisse Wanderwege, Gipfel bis Rengglipass blau-weiss

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Patricia Neuhauser

 

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