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Chrinnenhorn von Grindelwald

Bereits der Anstiegsweg zur Glecksteinhütte hat Potenzial, zu einem der eindrucksvollsten Hüttenwege nominiert zu werden. Da wartet gleich zu Anfang die abschüssige Querung entlang einer Felswand, welche am Morgen schön schattig besonders im Hochsommer zu empfehlen ist. Von hier bieten sich phänomenale Ausblicke auf den Mittellegigrat des Eigers, der wie Messers Schneide empor zieht. Die Schneehaube des Mythosbergs Eiger unterstreicht den schneidigen Grat, dahinter blitzt die steile Nordostflanke des Mönch hervor. 

 

Ein erster Rastpunkt läd zum Verweilen ein, ein Bänkli inklusive Klappstühle auf einem ausgesetzten Sims, über das der Wanderweg verläuft. Immer wieder ziehen eindrucksvolle Wasserfälle das Auge auf sich. Links oben erhebt sich ein Theater aus überhängendem Stein, über das ein Wasserfall zu Boden fällt, nur dass unten kein Wasser ankommt, es zerstäubt auf dem Weg des freien Falls. Auf mittlerer Höhe entlang der breiten Schlucht des oberen Grindelwaldgletschers führt der Wanderweg nun in angenehmer Steilheit durch die spektakuläre Landschaft. Zum Staunen muss man allerdings anhalten, ein Fehltritt wäre mancherorts tödlich, auch wenn wir uns auf einem rot-weissen Wanderweg befinden! Glatte Kalkplatten, über die ein Rinnsal tröpfelt, gepaart mit Rollsplitt lassen die Aufmerksamkeit steigen. Schliesslich steigt der Weg steiler an und in einigen Kehren wird sie Glecksteinhütte auf einem Plateau erreicht.

 

Die Felswände des Wetterhorns rücken ins Blickfeld, ebenso die Eisabbrüche des Grindelwaldgletschers, aus denen ein Gletscherbach mit gewaltigen Wassermassen zu Tale stürzt. Immer wieder donnert und kracht es, kein Gewitter, nein, der Gletscher macht Sicht lautstark bemerkbar. Einige Bergsteiger kommen uns erschöpft vom Wetterhorn entgegen, der Anstieg aufs Chrinnenhorn folgt zunächst dem Anstieg aufs Wetterhorn, doch noch weit bevor der Chrinnengletscher erreicht wird, leiten blaue Markierungen nach links über ein Blockfeld zum Chrinnenhorn, das im Schlussanstieg minimale Kraxelei erfordert. Die Aussicht an einem strahlend blauen Tag ist überwältigend, die umgebende Gletscherwelt, die steilen Felswände und Flanken des Wetterhorns, die grünen Flächen weiter im Norden, wo der Blick fast unendlich ins Flachland mündet. 

 

Eine Einkehr auf der Glecksteinhütte ist fast obligatorisch und wer das vorderste Bankel erwischt, fühlt sich wie auf einem Adlerhorst. Wir mampfen ein Plättli, stärken uns mit Kuchen und Kaffee. Heute gibts keinen Grund zur Eile, ein stabiler Traumtag in den Bergen. Ok, der Downhill ab der Hütte hinunter zum Hotel Wetterhorn lockt, aber vorher will der Tag genossen werden!

 

Infos zur Tour findest du unter:

https://elevation.alpsinsight.com/switzerland/chrinnenhorn-gleckstein-trail-grindelwald/

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Patricia Neuhauser

 

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