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Untere Fründenschnur

Nicht umsonst wirbt die Region Kandersteg mit dem Hashtag "unique". Lange überlegte ich, ob mir ein vergleichbarer Ort in den Alpen in den Sinn kommt. Fehlanzeige. Der Öeschinensee ist und bleibt einzigartig. Um ihn zu erkunden, bietet sich für den schwindelfreien und trittsicheren Alpinwanderer die Umrundung via Untere Fründenschnur an.

 

Noch herrscht reges Treiben, obwohl es Montag ist, im Einzugsgebiet der Gondelseilbahn und rund um die beiden Gasthäuser in bester Lage direkt am See. Je weiter man allerdings auf dem Wanderweg Richtung Fründenhütte vorstösst, desto mehr verabschiedet sich das laute Getöse in beruhigendes Plätschern und Vögelzwitschern. Der Klang der Berge wirkt spürbar schnell, Trubel, Touristikangebote und Alltagshektik sind im Nu verschwunden. Der Blick fällt immer mehr auf die mächtigen Felswände, welche das Ostufer des Sees begrenzen. Steile Kalkwände, geteilt in der Mitte durch ein Grasband, welches unschwer zu erkennen ist. Die untere Fründenschnur.

 

Ab dem grossen Stein, bevor der Wanderweg in vielen Serpentinen zur Fründenhütte ansteigt, biegen wir auf einen schmalen, horizontalen Pfad ab. Die Spur ist gut ausgetreten und immer wieder mit Farbtupfern markiert. Während wir zügig dem Weg folgen, schweifen unsere Blicke immer wieder hinauf in den grossen Kessel aus Fels und Stein, wo der obere Oeschinengletscher mit Eisabbrüchen sitzt. Das Blüemlisalphorn scheint in weiter Ferne darüber zu thronen, die Felsstrukturen formen Muster in die grau-braune Landschaft. 

 

Erst nach der Überquerung des Baches, welches aus diesem Kessel zu Tale stürzt, beginnt der Steig charakteristisch zu werden: ausgesetzt, jeder Tritt muss sitzen, mit saugendem Tiefblick auf den türkisblauen Öeschinensee. Einige Seile und Kabel versichern die exponiertesten Passagen, sie hängen allerdings recht lose und verstehen sich mehr als Backup, denn als Unterstützungshilfe. Immer wieder halten wir an und staunen, besonders die "Kathedrale", durch welche man schreitet, verzaubert. Beeindruckend auch, dass in Summe nicht mehr nachgeholfen wurde, den schmalen Steig für die Wanderer gangbarer zu machen. So bleibt dieses Juwel denjenigen vorbehalten, die sich gleichwohl richtig einschätzen können. Höhenangst ist hier definitiv fehl am Platz.

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Patricia Neuhauser

 

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