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Gsür und Albristhorn Überschreitung

Logische Linien faszinieren mich, so auch diese Gratwanderung hoch über Adelboden. In der langen Kette vom Niesen bis zum Hahnenmoospass liegen am Ende die höchsten und mächtigsten Gipfel: Gsür und Albristhorn. Besonders das Gsür (mich erinnert der merkwürdige Name immer an Geschwür;-)) mit seinen zerfurchten Flanken begeistert rein optisch. Dass der Anstieg über der SO-Grat sich als echtes Highlight entpuppt, wusste ich zum Planungszeitpunkt der Tour noch nicht. Zu unwegsam und brüchig wirkt das Gsür, doch auch nach dem Härdigs Höreli, wo der markierte Weg endet, bleiben gut ausgetreten Steigspuren übrig und Steinmänner weisen den Weg durch das letzte schuttige Couloir zur Einschartung nordöstlich unterm Gipfel. In unschwieriger Kraxelei führen die letzten Meter über Fels zum Gipfel. 

 

2 Abseiler sollten den Abstieg über den SW-Grat versüssen. Den ersten könnte man sich schenken, auf Bändern liesse es sich leicht rechterhand absteigen. Der zweite Abseiler wirkt da schon imposanter. Senkrecht bricht die 10m Stufe in nicht zuverlässigem Fels ab, momentan hängt ein gutes Seil, damit liesse es sich auch abklettern. Doch wer verlässt sich schon gern auf solche Angaben? Lieber eine 30m 5mm Reepschnur eingepackt, sowie den Ultraleichtgurt, als im Harakiri-Style sich ängstlich nach unten tasten. Wir machen also von beiden, bereits eingerichteten, Abseilstellen Gebrauch. Huiii, das ist luftig, sogar freihängend! Da mussten wir schon kräftig zupacken mit den blossen Händen an dem 5mm Schürdl!

 

Danach folgen keine Schwierigkeiten mehr, es geht immer der ausgetretenen Spur entlang, die Sonne im Gesicht und mit schönen Ausblicken nach Westen, Süden und Osten. Eine herrliche Gratwanderung, besonders im bereits tiefer stehenden Licht der Nachmittagssonne. Die Distanzen täuschen, der Wiederanstieg zum Albristhorn zieht sich und auch der Abstieg vom Albristhorn zum Laveygrat kommt uns nicht gerade kurz vor, obwohl es gut läuft. Rollend, mit Blick auf die bereits weissen Flanken des Wildstrubelmassivs, geht es hinunter zur Liftstation bei 2193m, wo der Wanderweg, zwar weniger schön durch das Skigebiet führt, aber mit Blick auf das Ziel, der Parkplatz beim Gasthof Schärmtanne, auch das Ende der ausgedehnten Tour verspricht.

 

 

 

 

 

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Patricia Neuhauser

 

Sportwissenschaftlerin, MSc

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