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Schwalmere ab Isenfluh

An einem sonnigen Tag ist diese Rundtour vom Panorama her kaum zu überbieten. Federleicht geht es zuerst mit dem kleinen Isenfluhbähnli hinauf auf die Sonnenterrasse Sulwald, bevor ein tiefverschneiter Wald Richtung Lobhornhütte Schatten spendet. Gerade rechtzeitig, bevor die Körpertemperatur nach weiteren Sonnenstrahlen schreit, tauchen sie dann erneut auf "die drei von der Tanke": das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau präsentiert sich uns in voller Pracht. Eigentlich könnte man auf Höhe Sousegg auf einem selbstgeschaufelten Bänkli stundenlang verweilen und das Panorama bestaunen. Wäre da nicht noch die spannende Abfahrt über schattige Hänge hinunter ins Soustal.

 

Also weiter. Das zweite Highlight wartet: die Lobhörner. Keck ragen sie aus dem umgebenden Weiss in die Höhe, deren Überschreitung im Sommer eine nette Klettertour ist, wenn auch die Felsqualität nicht gerade überzeugen kann. Doch die Felsstruktur und die leuchtenden Farben des Gesteins, lassen uns immer wieder stehenbleiben. Das Auge scannt nach Linien, das Kletterherz kann, beim Anblick dieser Felsgestalt, nicht anders. Die Traverse unterhalb der Lobhörner ist stark der Sonne ausgesetzt, hier gilt es zügig und nicht zu spät am Tag die Passage zurückzulegen.

 

Schliesslich türmt sich das Gipfelziel, die Schwalmere, vor uns auf. Nicht so imposant wie die Lobhörner, aber spätestens am Gipfel weiss man, warum sich der teilweise doch in die Länge ziehende Anstieg, gelohnt hat: Wir können bis nach Hause blicken! Bis auf Thunersee, unseren Hausberg Niesen und über das ganze Suldtal. Die Schwalmere erstrahlt beim Sonnenuntergang des Abends oft in einem rötlichen Licht. Die zerklüftete Westflanke mit ihren unzähligen Rinnen, Grätchen und Rippen wirkt dann fantastisch unnahbar. Jetzt stehen wir hier oben. Klasse! Auf einem dieser Balkonberge!

 

Der Wind, der diesen Winter weht, hat auch an der Schwalmere seine Spuren hinterlassen. Der Schlusshang ist mit Windgangln durchzogen, der Kamm teilweise abgeblasen. Doch dahinter, auf der Lee-Seite, wartet noch ein feines Pülverchen auf uns. Immer südlich des Chantbaches führen steile Nordosthänge hinunter ins flache Soustal. Wer sie gut erwischt, darf sich auf einige Schwünge im stiebenden Powder freuen. Dann ist Stöckeln angesagt, schnell zeigt sich, wer diesen Winter bereits auf den Langlaufski gestanden ist. 

 

Ab der Brücke bei P. 1536 dürfen die Oberschenkel dann rasten, auf der Fahrstrasse, später Schlittelweg, geht es kräfteschonend bis nach Isenfluh hinunter, vorausgesetzt es hat genügend Schnee. Durch unseren doch eher verspäteten Start heute, erleben wir schliesslich kurz vor Isenfluh noch einen fantastischen Sonnenuntergang, der den Himmel und die Bergwelt in zartrosa einfärbt. Wie im Märchen begleitet uns die Atmosphäre über die mit nur knapper Schneeauflage bedeckte Fahrstrasse zum Bähnli zurück. Dass die ersten Lichter bereits brennen, als wir die Autoschlüssel herauskamen, stört uns weniger. "Right in time", würde ich eher sagen...

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Patricia Neuhauser

 

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